Schulze-Delitzsch-Haus Deutsches Genossenschaftsmuseum

Nichts ist so geeignet, die sittliche Würde im Arbeiter rege zu halten, als wenn er seine Thätigkeit nicht blos als Broderwerb, sondern in ihrer Bedeutung für die gesamte Gesellschaft begreift. (Hermann Schulze-Delitzsch)

Hermann Schulze-Delitzsch rief 1849 in Delitzsch die erste deutsche Genossenschaft ins Leben. „Selbsthilfe - Selbstverantwortung - Selbstverwaltung" lauten seitdem die Leitwörter dieser immer noch erfolgreichsten Unternehmensform.

Im Haus Kreuzgasse 10 in Delitzsch, in dem diese Schuhmacherassoziation gegründet wurde, empfindet heute eine spannend zu entdeckende Ausstellung das Leben und die Neuerungen Schulze-Delitzschs nach. Hörstationen, Textwürfel und Wandklappen sowie zahlreiche interessante und seltene Exponate veranschaulichen das Wirken dieses bedeutenden deutschen Reformators.

Der am 29. August 1808 in Delitzsch geborene Hermann Schulze hatte nach seiner Schulausbildung in Leipzig und Halle/Saale Jura studiert. Während seiner Tätigkeit als Patrimonialrichter für mehrere Rittergutsbezirke wurde er auf die Probleme der Handwerksbetriebe aufmerksam, die durch die Industrialisierung in einen beispiellosen Konkurrenzkampf gezwungen wurden. Als Mitglied der Preußischen Nationalversammlung, in der ihm nach seiner Heimatstadt der Doppelname gegeben wurde, arbeitete er in den Kommissionen für Handwerk sowie Handel und Gewerbe mit und setzte sich dort auch für die Einschränkung der Gewerbefreiheit ein. Hermann Schulze-Delitzsch starb am 29. April 1883 in Potsdam.

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Erfahren sie mehr über die  Hermann-Schulze-Delitzsch-Gesellschaft.


Ansprechpartner

Philipp Bludovsky
Deutsches Genossenschaftsmuseum
Schulze-Delitzsch-Haus
Kreuzgasse 10
04509 Delitzsch
Telefon: 034202 63864
 Philipp Bludovsky
 Karte

Öffnungszeiten

Dienstag–Sonntag: 14–17 Uhr
Auf Voranmeldung sind Gruppenbesuche auch zu anderen Zeiten möglich.

Eintrittspreise

Vollzahler:
Personen ab 18 Jahre3,00 €
frei:Kinder bis Schuleintritt
Ermäßigt:
Schüler, Auszubildende Studenten und Schwerbehinderte (mind. 80 %) gegen Vorlage des Ausweises
2,00 €
Führung: Gruppen bis 25 Personen (Gebührenfrei für Schulklassen und Hortgruppen des Landkreises Nordsachsen)
15,00 €


(Änderung der Gebührensatzung für die Benutzung der Museen und Touristinformation der Großen Kreisstadt Delitzsch vom 24. April 2013 – veröffentlicht im Amtsblatt der Großen Kreisstadt Delitzsch und des Landkreises Nordsachsen am 24.05.2013)

Genossenschaftsidee ist immaterielles Kulturerbe der Menschheit


Die „Genossenschaftsidee“ hat es als erster deutscher Antrag auf die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit geschafft.
Auf der 11. Sitzung des Zwischenstaatlichen Ausschusses der UNESCO zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes in Addis Abeba/Äthiopien haben die Ausschussmitglieder am 30. November 2016 um 19:50 Uhr Ortszeit beschlossen, den Antrag anzunehmen.
Den länderübergreifenden Antrag hatten die Hermann-Schulze-Delitzsch-Gesellschaft und die Deutsche Wilhelm-Raiffeisen-Gesellschaft verfasst.
Die Genossenschaftsidee gründet als überkonfessionelles Modell auf den Maximen der Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung.

Deutschland war dem 2006 in Kraft getretenen UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes 2013 beigetreten. Im Dezember 2014 hatte die Kultusministerkonferenz der Aufnahme von 27 immaterielle Kulturformen auf die nationale Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen, darunter die Genossenschaftsidee. Als erster Vorschlag aus Deutschland wurde die Genossenschaftsidee für die internationale Liste am 27. März 2015 bei der UNESCO eingereicht.

Oberbürgermeister Dr. Manfred Wilde, als Stellvertretender Vorsitzender der Hermann-Schulze-Delitzsch-Gesellschaft gerade in Addis Abeba weilend, zeigt sich hocherfreut über den Ausgang der Beratungen: „Mit der Aufnahme in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit findet das wegweisende Wirken der beiden Genossenschaftspioniere Raiffeisen und Schulze-Delitzsch verdiente weltweite Anerkennung. Von den mittelalterlichen Anfängen in Europa über die englischen Wurzeln bis hin zu den heutigen Kleingenossenschaften in Entwicklungsländern zeigt sich die erfolgreiche Beständigkeit dieser Idee. Ich danke der internationalen Staatengemeinschaft der UNESCO, der Bundesrepublik Deutschland, dem Freistaat Sachsen und dem Land Rheinland-Pfalz für ihre Entscheidung und Unterstützung.“

Hermann Schulze-Delitzsch kam am 29. August 1808 in Delitzsch zur Welt. Im Dezember 1849 hatte er in der Kreuzgasse 10 in Delitzsch (dem heutigen Schulze-Delitzsch-Haus) mit der Schuhmacherassoziation die erste erfolgreiche Genossenschaft begründet und sich später für die Gründung von Spar- sowie Kreditvereinen eingesetzt.
Die am 10. Mai des Jahres 1850 auf Initiative von Hermann Schulze-Delitzsch als „Delitzscher Vorschussverein“ gegründete Volksbank Delitzsch eG ist die älteste Kreditgenossenschaft Deutschlands.

© Stadt Delitzsch
Schulze-Delitzsch-Haus/Deutsches Genossenschaftsmuseum
© Peter Franke, Leipzig
© Peter Franke, Leipzig
© Stadt Delitzsch
 
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