Delitzsch plant touristische Freizeiteinrichtung mit Schwimmbad

vom 01.11.2017

In seiner Sitzung am 26. Oktober 2017 hat sich der Delitzscher Stadtrat mehrheitlich für die Planung einer touristischen Freizeiteinrichtung im Norden der Stadt ausgesprochen.

Der multifunktionale Komplex soll enthalten:

- ein Sportbad

- ein Kursschwimmbecken

- ein Außenschwimmbecken

- 20 Caravaning-Stellplätze

- Naturhaus mit Ausstellung zum Thema Bergbau, Tourist-Informationsstele und Gastronomie

- Ausleihstation für E-Bikes und E-Mobiles sowie Aufladestationen

- Minigolfanlage

- Naturerlebnisspielplatz

Die Gesamtkosten für diesen möglicherweise an der Sachsenstraße entstehenden Multifunktionskomplex schätzt die Stadtverwaltung auf rund 14,9 Millionen Euro.

Mit dem Stadtratsbeschluss beauftragen die Räte die Stadtverwaltung die für die Umsetzung in Frage kommenden Fördermöglichkeiten bis zum Jahresende 2018 zu prüfen. Eine Umsetzung des Vorhabens steht in Abhängigkeit von der Frage wann und in welchem Umfang Fördermittel hierzu bereitstehen.

Mit dem Beschluss einher geht die Beibehaltung des Freibadbetriebs solange, bis die neue touristische Freizeiteinrichtung eröffnet werden kann und die bis dahin notwendigen Instandhaltungsmaßnahmen im Freibad wirtschaftlich vertretbar sind.

Hintergrund:

In Delitzsch gibt es ein Freibad, die sogenannte „Elberitzmühle“. Hier liegen folgende Probleme vor:

- Das Freibad ist stark sanierungsbedürftig und muss vor jeder Saison instandgesetzt werden. 2017 hat die Stadt Delitzsch dafür rund 110.000 Euro aufgewendet. Die letzte größere Sanierung hatte man von 1995 bis 2000 durchgeführt. Eine Sanierung und Aufwertung des Freibads wäre an diesem Standort nur für mindestens 4 Millionen Euro zu leisten. Eine Förderung ist ausgeschlossen. Während der Sanierung wäre das Bad für mindestens 2 Jahre geschlossen.

- Mittlerweile ist es fast unmöglich geworden, Personal für die Freibadsaison zu finden. Von den noch 2017 im Freibad beschäftigten vier Teilzeitkräften haben mittlerweile drei eine feste Anstellung andernorts bekommen.

- Die zwei Becken des Freibads werden durch das an dieser Stelle hoch stehende Grundwasser – in direkter Nähe fließt der Lober – statisch negativ beeinflusst.

- Das Freibad kämpft mit sinkenden Besucherzahlen. Das Freizeitverhalten der Menschen hat sich geändert.

- Es gibt zu wenige Parkplätze.

- Das Bad liegt direkt unter einer Bahnlinie, für die die Deutsche Bahn künftig einen eklatanten Anstieg des Güterzugverkehrs angekündigt hat.

In der Stadt Delitzsch gibt es ein Lehrschwimmbecken in der Artur-Becker-Oberschule. Dieses Schwimmbecken nutzen Kinder aus der Stadt Delitzsch, den Ortsteilen und umliegenden Gemeinden. Auch das Lehrschwimmbecken muss saniert werden.

Dem Werbeliner See und den umgebenden Flächen droht die Unterschutzstellung als Naturschutzgebiet durch die Untere Naturschutzbehörde des Landratsamtes Nordsachsen. Gleichwohl in anderen Regionen Sachsens in FFH-Gebieten sogar gebaut wird, deutet sich für den Werbeliner See keine derartige Möglichkeit an.

Aktuell scheint die Suche nach einer alternativen Bade- und Schwimmmöglichkeit an einem neuen Standort unumgänglich. Mit der neuen touristischen Freizeiteinrichtung könnte die Stadt Delitzsch außerdem touristisch enorm aufgewertet werden und sich im Leipziger Randgebiet neu als lohnendes Ausflugs- und Übernachtungsziel etablieren.

Neben der Absicherung des schulischen Lehrschwimmens und den übrigen Möglichkeiten die ein Hallenbad bietet, soll zusätzlich ein Außenbecken in Gestaltung und Größe ähnlich dem des in der Elbritzmühle befindlichen gebaut werden um in den Sommermonaten vor allem Familien mit Klein- und Kleinstkindern weiterhin einen angenehmen Aufenthalt im Freien zu bieten.

Für den geplanten Bau dieser Einrichtung wurde deshalb die Stadtverwaltung vom Stadtrat beauftragt, mögliche Förderungen zu prüfen. Ohne Fördermöglichkeiten gibt es allerdings kaum Chancen für eine Umsetzung. Um die Stadt auch in diesen Bereichen zukunftsfähig zu machen, möchte man sich gemeinsam dieser Aufgabe stellen.

 

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