Wichtige Schutzmaßnahmen in Zeiten der Vogelgrippe

vom 23.11.2016

(Quelle: Landratsamt Nordsachsen, Pressemitteilung vom 23.11.2016)

Die Situation in Deutschland verschärft sich durch die Vogelgrippe derzeit in allen Bundesländern nahezu täglich. Seit dem ersten Auftreten der Geflügelpest, die eine anzeigepflichtige Tierseuche ist, wurden bis heute über 300 Ausbrüche des gefährlichen Geflügelpesterregers H5N8 bei Wildvögeln in ganz Deutschland nachgewiesen. In Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern kam es zudem zu Ausbrüchen in Nutzgeflügelbeständen, in deren Verlauf mehrere Tausend Hühner, Enten, Gänse und Puten getötet werden mussten. Es ist daher äußerst wichtig, alle Vorkehrungen und Maßnahmen zu treffen, um die weitere Ausbreitung der Vogelgrippe insbesondere bei unseren Nutzgeflügelhaltern zu verhindern.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat dazu eine Rechtsverordnung am 18.11.2016 erlassen, die besondere Schutzmaßregeln für Betriebe mit kleinen Geflügelhaltungen festlegt. Diese Verordnung richtet sich an alle Geflügelhalter mit Beständen von bis zu 1.000 Tieren. Daher sind die nachfolgend aufgeführten Schutzmaßregeln dringend von allen Geflügelhaltern in unseren Städten und Gemeinden einzuhalten.

Die Schutzmaßregeln umfassen die Pflicht zur Führung eines Bestandsregisters, in dem alle Zu- und Abgänge mit Datum, Art des Geflügels, Name und Anschrift des Transportunternehmers sowie des vorherigen Besitzers verzeichnet sind. Desweiteren müssen Desinfektionsmatten oder –wannen für das Schuhwerk vor dem Stalleingang errichtet werden. Hierzu können handelsübliche Kästen, Kübel oder Wannen mit Desinfektionsmittel gefüllt werden. Alternativ kann eine mit Desinfektionsmittel getränkte Schaumstoffmatte in einer Wanne als Desinfektionsmatte verwendet werden. Die benötigten Desinfektionsmittel können im Landhandel oder bei einem praktizierenden Tierarzt erworben werden.
Die Ein- und Ausgänge zu den Ställen müssen gegen unbefugten Zutritt gesichert sein. Betriebsfremde Personen dürfen den Stall nur mit betriebseigener Schutzkleidung (inklusive Schuhwerk), oder in Einmalkleidung in Form von Einweg-Overalls und Einmalüberziehstiefel, die nach dem Gebrauch im Restmüll entsorgt werden können, betreten. Die Hände sind unmittelbar vor den Betreten des Stalls zu waschen und zu desinfizieren. Die Mittel zur Händedesinfektion gibt es in Drogerien oder Apotheken.

Gemäß der Geflügelpest-Verordnung sind Futter, Einstreu und sonstige Gegenstände, mit denen Geflügel in Berührung kommen kann, für Wildvögel unzugänglich aufzubewahren, beispielsweise durch Abdecken mit Planen oder Einlagern in Gebäuden. Damit soll der indirekte Kontakt durch Kot von Wildvögeln verhindert werden.

Zusätzliche Maßnahmen, die den Eintrag des Geflügelpesterregers in die Nutzgeflügelhaltungen verhindern können, sind, den Zutritt für fremde Personen zu unterbinden, nur Personen in den Bestand zu lassen, die ihn unbedingt aufsuchen müssen wie Tierarzt oder Amtstierarzt. Demzufolge gilt auch, keine anderen Geflügelbestände aufzusuchen. Hunde und Katzen sind von den Stallungen fernzuhalten, da sie über ihr Fell und die Pfoten Kot von Wildvögeln übertragen können.

Jeder Halter von Geflügel muss seinen Tierbestand beim zuständigen Veterinäramt anzeigen. Wer dieser Pflicht bisher noch nicht nachgekommen ist, hat dies unverzüglich nachzuholen (Formular ist auf der Internetseite des Landratsamtes abrufbar).

Die zuständigen Veterinärämter sind gehalten, das Aufstallungsgebot zu überwachen und Verstöße entsprechend zu ahnden. Dies ist wichtig, um die Tierseuche nicht von Wildvögeln in die Nutztierbestände und privaten Tierhaltungen zu übertragen.

(Verordnung über besondere Schutzmaßregeln in kleinen Geflügelhaltungen vom 18.11.2016)

 

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