Beigeordneter des Landratsamtes Nordsachsen schafft vollendete Tatsachen: Ulrich Fiedler erlässt Verordnung über die einstweilige Sicherstellung des beabsichtigten Naturschutzgebietes „Werbeliner See“

vom 14.07.2016

Ohne mit den Anrainerkommunen, wie auch der Stadt Delitzsch, nochmals Einvernehmen zu Fragen des Vogelschutzes und Entwicklungsmöglichkeiten am Werbeliner See herstellen zu wollen, hat der zuständige Beigeordnete des Landratsamtes Nordsachsen, Herr Ulrich Fiedler, im Sächsischen Gesetz- und Verordnungsblatt vom 13. Juli 2016 die Verordnung über die einstweilige Sicherstellung des beabsichtigten Naturschutzgebietes „Werbeliner See“ veröffentlicht.

Datiert ist die Verordnung auf den 23. Juni – justament der Tag, an dem der Delitzscher Stadtrat die „Delitzscher Erklärung zum Werbeliner See“ beschlossen hatte.

Die Stadt Delitzsch konnte zum Verordnungsentwurf nicht umfassend und abschließend Stellung nehmen, denn die Bitte um Verlängerung der knappen Rückmeldefrist hatte die Untere Naturschutzbehörde (UNB) des Landkreises rechtswidrig abgelehnt.

„Wie hier ein Dezernat das Wohl einer ganzen Stadt torpediert, das ist schon bemerkenswert“, so der Delitzscher Oberbürgermeister Dr. Manfred Wilde. „Die Kommunikation der Unteren Naturschutzbehörde hat mit uns quasi nicht stattgefunden. So darf moderne Verwaltungsarbeit in Deutschland nicht funktionieren!“

Die Sicherstellungsverordnung tritt am Donnerstag, dem 14. Juli 2016, in Kraft. Für die Bürger bedeutet das: Baden verboten! Das Verlassen der Wege ist verboten!

Die Stadt Delitzsch zieht in Erwägung, den Sachverhalt rechtlich prüfen zu lassen.

Hintergrund:
Entgegen der in den Braunkohleentwicklungsplänen vorgesehenen touristischen Folgenutzung eines nördlichen Randbereichs des Werbeliner Sees stellt die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Nordsachsen weite Flächen am See vorläufig als Naturschutzgebiet sicher. Dies passiert gerade zu dem Zeitpunkt, als hier ein Investor Flächen von der Stadt Delitzsch erwerben will.
Mit den ausgewiesenen Flächen geht die UNB weit über die als EU-Vogelschutzgebiet festgelegten Areale hinaus.

 

Archiv:  

 
Drucken | zum Seitenanfang © 2007-2013 i-fabrik