Ehemalige Deportierte besuchen Delitzsch

vom 06.08.2015

Am 25. August 2015 besuchen ehemalige Deportierte den städtischen Friedhof in Delitzsch, um hier einen Kranz niederzulegen.

Die Gruppe aus Frankreich besteht ausschließlich aus über 90-Jährigen, die ab dem 23. August neun Tage unterwegs sind, um Gedenkstätten in Deutschland zu besuchen. Auf der über 2600 Kilometer langen Reise werden die Teilnehmer auch das ehemalige Konzentrationslager in Buchenwald aufsuchen.

Bei dem Todesmarsch nahe Delitzsch handelte es sich um die Evakuierung des Außenlagers „Reh“ bei Neu-Staßfurt. Dieses Außenlager gehörte organisatorisch zum KZ Buchenwald. Am 11. April 1945 begann die Evakuierung. Der Weg führte über Staßfurt‒Könnern‒Stumsdorf‒
Roitzsch‒Zaasch‒Schenkenberg‒Delitzsch (am 14. April 1945)‒Spröda‒Wellaune‒Kossa‒Mockrehna‒Hartha‒Friedersdorf und endete am 8. Mai 1945 in Annaberg/Erzgebirge.

Im April 1945 führten mehrere Todesmärsche von KZ-Häftlingen durch Delitzsch: 50 KZ-Häftlinge, deren Lager wegen der Frontlage aufgelöst worden ist, wurden durch die Stadt in Richtung Spröda geführt.

Ein weiterer Transport wurde über den Markt und die Leipziger Straße nach Döbernitz getrieben. Von ihnen wurden 14 Häftlinge an der Sandgrube östlich von Döbernitz von dem SS-Begleitkommando erschossen, weil sie vor Erschöpfung zusammengebrochen waren. Am 31. Mai erfolgte die kirchliche Bestattung der ermordeten KZ-Häftlinge auf dem Friedhof in Delitzsch. Dabei wurden 14 Särge mit den in Döbernitz exhumierten Toten beigesetzt. Bei den Toten handelte es sich um namentlich unbekannte Häftlinge.

 

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