Historische Alltagsgegenstände bei Hausabbruch entdeckt

vom 13.07.2015

Bauarbeiter entdeckten kürzlich einen innen glasierten Grapen-Topf und das Fragment einer Spielzeugfigur bei einer Haussanierung in der Delitzscher Altstadt.

Der Topf hat eine Höhe von 13 Zentimetern, einen Durchmesser von zwölf Zentimetern, steht auf drei Beinen und diente wohl zur Aufbewahrung von Flüssigkeiten. Der Grapen-Topf aus irdener Keramik besitzt immer drei angesetzte Füße (Grapen), wie das Fundstück. Er diente zum Erwärmen von Speisen oder Flüssigkeiten und wurde mit den Füßen in ein Glutbett gestellt. Da die verwendete Tonart im Brennvorgang nicht wasserdicht wurde, war eine Innenglasur notwendig. Der flache Boden stand am Feuer und die gedrungene bauchige Form leitet die Temperatur im Gefäß weiter. Nachweise von Grapen-Töpfen finden sich in Deutschland bereits im 12. Jahrhundert bis zum ausgehenden 18. oder Anfang 19. Jahrhundert. Im Vergleich mit bereits in der Museumssammlung vorhandenen Stücken kann der Grapen-Topf dem 16./17. Jahrhundert zugeordnet werden.

Bei dem etwa sechs Zentimeter langen Spielzeugfragment könnte es sich um das Bruchstück eines Pferdes handeln.

Der Bauherr, der anonym bleiben möchte, übergab die beiden Fundstücke dem städtischen Museum Barockschloss Delitzsch. „Der Eigentümer hat damit vorbildlich gehandelt“, so Museumsleiter Jürgen Geisler, der dazu aufruft, Fundstücke nicht vorschnell zu entsorgen: „Allzu oft landen bei Bauarbeiten aufgetauchte Objekte mit dem Bauschutt im Container. Ein Anruf im Museum ist schnell getan und könnte Exponate als Zeugen der Stadtgeschichte für die Nachwelt bewahren.“

Die Mitarbeiter im Museum sind unter 034202 67-208 telefonisch erreichbar.

 

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© C. Maurer/Stadt Delitzsch
 
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