Deutschland schlägt Genossenschaftsidee als UNESCO-Weltkulturerbe vor

vom 12.12.2014

Die Genossenschaftsidee wird von Deutschland im März nächsten Jahres offiziell für die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes vorgeschlagen.
Darüber informierte heute das sächsische Kultusministerium.

Die Entscheidung der UNESCO fällt 2016.

Die Bewerbung war im vergangenen Jahr von der Hermann-Schulze-Delitzsch-Gesellschaft e. V. und der Raiffeisengesellschaft eingereicht worden. Der deutsche Genossenschaftsgründer Hermann Schulze-Delitzsch kam 1808 in Delitzsch zur Welt und zählt neben Christian Gottfried Ehrenberg zu den bekanntesten Söhnen unserer Stadt.

Hintergrund:

Hermann Schulze-Delitzsch rief 1849 in Delitzsch die erste deutsche Genossenschaft ins Leben. „Selbsthilfe - Selbstverantwortung - Selbstverwaltung" lauten seitdem die Leitwörter dieser immer noch erfolgreichsten Unternehmensform.

Im Haus Kreuzgasse 10 in Delitzsch, in dem diese Schuhmacherassoziation gegründet wurde, empfindet heute eine spannend zu entdeckende Ausstellung das Leben und die Neuerungen Schulze-Delitzschs nach. Hörstationen, Textwürfel und Wandklappen sowie zahlreiche interessante und seltene Exponate veranschaulichen das Wirken dieses bedeutenden deutschen Reformators.

Der am 29. August 1808 in Delitzsch geborene Hermann Schulze hatte nach seiner Schulausbildung in Leipzig und Halle/Saale Jura studiert. Während seiner Tätigkeit als Patrimonialrichter für mehrere Rittergutsbezirke wurde er auf die Probleme der Handwerksbetriebe aufmerksam, die durch die Industrialisierung in einen beispiellosen Konkurrenzkampf gezwungen wurden. Als Mitglied der Preußischen Nationalversammlung, in der ihm nach seiner Heimatstadt der Doppelname gegeben wurde, arbeitete er in den Kommissionen für Handwerk sowie Handel und Gewerbe mit und setzte sich dort auch für die Einschränkung der Gewerbefreiheit ein. Hermann Schulze-Delitzsch starb am 29. April 1883 in Potsdam.

 

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