Maskottchen bekommt Nachwuchs: Trampeltier-Junge im Tiergarten geboren, weiteres erwartet

vom 16.04.2014

Die Kamelherde im Delitzscher Tiergarten wächst. Vergangenen Samstag kam ein kleiner Trampeltier-Hengst zur Welt – die Geburt eines zweiten Jungtieres wird noch in dieser Woche erwartet. Bereits wenige Stunden nach der Geburt können die kleinen „Wüstenschiffe“ laufen, so dass sie für die Besucher auch auf der Außenanlage zu sehen sind. Mit den beiden Geburten wächst die Zahl der Trampeltiere im Tiergarten Delitzsch auf fünf Tiere.

Mit einer Schulterhöhe von mehr als zwei Metern sind die Trampeltiere die größten Bewohner des Tiergartens und zudem das Maskottchen der beliebten Delitzscher Freizeiteinrichtung.


Als domestiziertes Last- und Nutztier ist das Trampeltier oder Zweihöckrige Kamel in weiten Teilen Asiens von Nordchina bis in die Türkei verbreitet. Die Wildform (Camelus ferus) dieses Kamels ist jedoch vom Aussterben bedroht. Die freilebenden Bestände belaufen sich auf etwa 1000 Tiere, die im Grenzgebiet zwischen Westchina und der Mongolei leben.


An das Leben in kargen Halbwüsten und Trockensteppen sind die Trampeltiere bestens angepasst. Zum Schutz vor Sandstürmen haben die Tiere lange Wimpern und schlitzförmige, verschließbare Nüstern. Mit ihrem dicken Fell trotzen sie den extremen Temperaturunterschieden (-30°C bis +40°C) in ihrem Verbreitungsgebiet. Ein weiteres Mittel mit diesen Temperaturschwankungen zu leben, ist die variable Körpertemperatur. Diese kann um 6 bis 8 °C schwanken und so die Gefahr einer Überhitzung vermindern. Des Weiteren ermöglicht die ovale Form ihrer roten Blutkörperchen den Kamelen die Aufnahme von mehr als 100 Litern Wasser innerhalb weniger Minuten.


Für die Menschen in Zentralasien und im arabischen Raum ist das Trampeltier ein unverzichtbares Nutztier. Seit über 6000 Jahren dient es als genügsames Reit- und Lasttier, das mit 150 kg Gepäck beladen eine Strecke von mehr als 40 km pro Tag zurücklegen kann. Auf kürzeren Strecken können die Tiere sogar die dreifache Last transportieren. Lange Zeit war es nur mit Kamelen als Transportmittel möglich, die Wüste zu bereisen. Auch als Fleisch-, Milch- und Wollelieferant ist das Trampeltier unentbehrlich. Sogar der Dung der Tiere wird verwertet und in holzarmen Regionen als Brennmaterial genutzt.

 

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