Werbeliner See

Der größte See zwischen Leipzig und Delitzsch ist der Werbeliner See. Er ist etwa 450 Hektar groß und wird umgeben von Natur, die auf Rad- und Inlinerwegen entdeckt werden kann.

Am See entlang führt der touristische Fernradwanderweg " Kohle Dampf Licht".

Invest-Projekt Reitsportzentrum

In der Sitzung am 28. Januar 2016 haben die Delitzscher Stadträte dem Verkauf von Teilflächen am Werbeliner See zugestimmt.  Hier (PDF 2,9 MB) können Sie sich die pdf mit den Flächen herunterladen.

88 Hektar sollen nach dem Vorschlag der Verwaltung an eine noch zu gründende Projektgesellschaft veräußert werden. Für diese hatte der Leipziger Rechtsanwalt Ronald Lange auf eine Ausschreibung der Stadt Delitzsch hin ein Angebot über 860.000 Euro abgegeben.

Ziel der Projektgesellschaft ist die Entwicklung eines Reitsportzentrums mit Reithalle, Ställen, Turnierplatz und einem Campingplatz für Turnierteilnehmer in Seenähe.
Derzeit werden die Vorbereitungen zum Verkauf getroffen, der noch im Winter vonstattengehen wird. Danach wird der Käufer die Aufstellung eines Bebauungsplanes veranlassen, das Gelände erschließen und schließlich bebauen.

Nordraum-Bürgermeister bekunden Solidarität mit Delitzsch
Schkeuditz, Rackwitz, Wiedemar und Löbnitz unterzeichnen „Delitzscher Erklärung“


Die Bürgermeister von Schkeuditz, Rackwitz, Wiedemar und Löbnitz haben am 6. Juli 2016 die „Delitzscher Erklärung zum Werbeliner See“ unterzeichnet.

Sie schließen sich dem Forderungskatalog, der im Juni vom Delitzscher Stadtrat verabschiedet wurde an, weil sie künftig für die anderen Seen im Leipziger Nordraum ein ähnliches Eingreifen der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) des Landkreises Nordsachsen befürchten, wie dies derzeit am Werbeliner See erfolgt.

„Delitzscher Erklärung zum Werbeliner See“

Am 23. Juni 2016 beschlossen die Delitzscher Stadträte mehrheitlich die Verabschiedung der sogenannten "Delitzscher Erklärung zum Werbeliner See", die Sie hier im genauen Wortlaut nachlesen können:


"Der Braunkohlenabbau forderte bis 1990 von der Bevölkerung in und um Delitzsch erheblichen Tribut, bis hin zur Vertreibung aus dem liebgewonnenen Wohnumfeld.
Mit der Einstellung des Bergbaubetriebes 1993, spätestens aber mit der beginnenden Flutung des heutigen Werbeliner Sees 1996, schöpften die Menschen Hoffnung auf eine baldige Nutzung des Sees zur Erholung.
Dieser Hoffnung wurde mit dem 1999 in Kraft getretenen Braunkohlensanierungsrahmenplan von Bundes- und Landespolitik Nachdruck verliehen. Nach diesem Plan sollten See- und Uferbereiche als Erschließungsbereich für wassergebundene Erholungsformen gestaltet werden.
Bund und Land investierten finanzielle Mittel in Millionenhöhe, letztlich aus Steuergeldern, um die Vorbereitungen für diese in Aussicht gestellte Nutzung zu treffen.
Alles brauchte hierfür seine Zeit und die Delitzscher Bevölkerung blieb geduldig, badete seit spätestens 2004 im See und wartete, bis endlich im Jahr 2005 das ebenfalls neu errichtete Wegesystem für die Öffentlichkeit freigegeben wurde.

Dann, sozusagen über Nacht, meldeten 2006 erst der Freistaat Sachsen und dann der Bund den See als europäisches Vogelschutzgebiet der Europäischen Union. Hintergrund war eine Verpflichtung der Bundesrepublik Deutschland gegenüber der Europäischen Union, sogenannte Flora-Fauna-Habitat-Gebiete zur Umsetzung des Schutzgebiet-Netzes „Natura 2000“ anzuzeigen.
Bedenken und Vorschläge der Stadt Delitzsch, wie trotz dieser Gebietsmeldung durch Herauslösung bestimmter Flächen eine zukünftige touristische Entwicklung möglich sein könnte, blieben ungehört.

Der Stadt Delitzsch wurden ungeachtet dessen zum damaligen Zeitpunkt durch übergeordnete Behörden und Institutionen touristische Nutzungs- und Entwicklungsmöglichkeiten am Werbeliner See in Aussicht gestellt. So wurde seitens der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) 2007 eine Machbarkeitsstudie beauftragt, die im Ergebnis feststellte, dass eine verträgliche touristische Nutzung am Werbeliner See sowie eine reglementierte Gewässernutzung möglich sind. Ähnliche Aussagen finden sich auch in den vom Regionalen Planungsverband Leipzig-Westsachsen herausgegebenen Seenkatalogen bis 2010.
So heißt es: „Während sich das Ostufer mit seiner geschwungenen Strandausformung für die Entwicklung von Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten (…) anbietet, wird der Westteil des Sees (...) als Eldorado gerade für Wasservögel geprägt."
Keine Rede also von den Hemmnissen und Hindernissen, die in den letzten Jahren von der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes Nordsachsen (UNB) bezüglich der Erholungsmöglichkeiten am Werbeliner See aufgebaut werden.


Daraufhin erwarb die Stadt Delitzsch von der LMBV im Jahr 2010 Grundstücksflächen am Werbeliner See, um diese Entwicklung im Interesse ihrer Bürgerinnen und Bürger nun endlich voranzubringen.
Was sich jedoch in Folge dessen ergab, ist für die Bevölkerung der Stadt Delitzsch weder nachvollziehbar noch unter vernünftigen Betrachtungen zu erklären.
Mehrere Investoren, die eine touristische Nutzung und eine Bademöglichkeit am Werbeliner See unter Beachtung der schützenswerten Flora und Fauna schaffen wollten, haben wegen der Vor-gaben und Bedenken der UNB letztlich aufgegeben.
Auch lediglich für die Errichtung und Nutzung einer Bademöglichkeit am Brodauer Zinken, für die es eine seitens der Stadt Delitzsch vorgelegte positive Verträglichkeitsstudie gibt, stellte die UNB keine Genehmigungsfähigkeit in Aussicht.
Was anderen Ortes in Deutschland auch angesichts eines bestehenden Vogelschutzgebietes möglich ist, soll den Delitzscher Einwohnern und seinen Gästen verwehrt bleiben.

Nun sollen auf Drängen der UNB eine sogenannte einstweilige Sicherstellung von Flächen am Werbeliner See, einschließlich des Sees selbst, mit vielfältigen Verboten für die Bevölkerung vorgenommen und später ein Naturschutzgebiet ausgewiesen werden. Angeblich sind nicht die natürlichen vorhandenen Umwelteinwirkungen und Gebietsveränderungen für die Veränderung der Vogelpopulation ursächlich, sondern im Wesentlichen der Mensch – der Mensch, der vor dem Bergbau dort wohnte und arbeitete und nichts anderes möchte, als eine Erholung im und am See ohne Feuerwerk und Konzert, ohne Jet-Ski und sonstigen Radau.
Dies kann und muss naturnahe Erholung bedeuten. Den Delitzschern das zu verwehren, kann und darf nicht Ziel von Bundes- und Landespolitik und auch nicht des Naturschutzes sein. Ansonsten ist es nicht verwunderlich, wenn die Menschen ihren Glauben an eine bürgernahe Politik verlieren und ihren Unmut auf eine Weise äußern, die für unser Gemeinwesen nicht förderlich ist.

Es wird daher gefordert,

  • eine Nutzung im und am Werbeliner See ab 2016 endlich zu ermöglichen, wie es der Braunkohlensanierungsrahmenplan und die Regionalplanung nach den derzeitig geltenden Regelungen beinhalten und auch zulassen,
  • das behördliche Ermessen angemessen und verhältnismäßig im Interesse der Bevölkerung auszuüben und diese an den Entscheidungen im Sinne einer gelebten Bürgerbeteiligung teilhaben zu lassen,
  • vor allem das Baden im Werbeliner See unter Beachtung des Naturschutzes zu gestatten und die mehrfach beantragte Nutzung zum Baden nun endgültig positiv zu bescheiden,
  • von beabsichtigten Verboten abzusehen, die das Gebiet am Werbeliner See dem naturnahen touristischen und erholenden Gemeingebrauch weitestgehend entziehen sollen und
  • die wirtschaftlichen Interessen im Leipziger Neuseenland stärker zu berücksichtigen, wie bereits die Industrie- und Handelskammer und der Handwerkskammer zu Leipzig reklamiert haben."

Hintergrund Werbeliner See
Der Werbeliner See ist ein aus der Neuen Luppe gefluteter Tagebaurestsee. Hier befand sich seit 1976 und bis 1993 der Tagebau Delitzsch-Südwest.
Die Stadt Delitzsch hatte von der die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) vor wenigen Jahren 149 Hektar Land nahe des Werbeliner Sees gekauft, um Investoren Chancen zur touristischen Entwicklung der Flächen zu ermöglichen.

© C. Maurer/Stadt Delitzsch
© Maik Börner
Diese Flächen sollen 2016 veräußert werden.
© Stadt Delitzsch
© Stadt Delitzsch
 
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