Stolpersteine

Im Gedenken an die aus Delitzsch stammenden, deportierten Juden wurden im September 2006 mit Gunter Demnig im Stadtgebiet Stolpersteine verlegt.

Was wir über unsere ehemaligen jüdischen Nachbarn wissen:

Walter Jacobsohn
Geboren am 15. Juli 1895 in Delitzsch.
Wohnte mit seiner Familie im Haus Breite Straße 1 in Delitzsch, wo sie ein Textil- und Konfektionsgeschäft betrieb. Das Geschäft und die Wohnung wurden am 10. November 1938 während des Pogroms zerstört. Verzog 1938/39 nach Berlin-Charlottenburg. Von dort am 18. Oktober 1941 mit dem 1. Transport nach Lodz deportiert. Der Zeitpunkt der Ermordung von Walter Jacobsohn ist bisher ungeklärt.


Angela von Schacht
Geboren am 11. Mai 1916 in Graz/Österreich.
War als Jüdin auch Mitglied im Kommunistischen Jugendverband Deutschland und wurde des Landesverrats beschuldigt. Letzte Wohnung Mozartstraße 4 in Delitzsch. Deportiert am 17. April 1941 in das Ghetto nach Warschau. Dort starb sie nach der Befreiung im April 1945.


Edith Jacobsohn, geb. Anschel
Geboren am 18. Juni 1900 in Czarnikau/Posen.
Wohnte mit ihrer Familie seit 1928 im Haus Breite Straße 1 in Delitzsch, wo diese ein Textil- und Konfektionsgeschäft betrieb. Das Geschäft und die Wohnungen wurden am 10. November 1938 während des Pogroms zerstört. Verzog 1938/39 nach Berlin-Charlottenburg. Von dort wurde sie am 18. Oktober 1941 mit dem 1. Transport nach Lodz deportiert. Kam am 13. Februar 1943 in Litzmannstadt (Lodz) ums Leben.


Hedwig Zeising, geb. Wagner
Geboren am 2. Mai 1885 in Anklam.
Sie heiratete 1923 den evangelischen Delitzscher Postsekretär Carl Zeising und zog dann nach Delitzsch, Körnerstraße 9. 1942 wurde die inzwischen verwitwete Frau festgenommen und gehörte zum Transport vom 30. Mai 1942, dessen Deportationszug am 1. Juni 1942, aus Kassel kommend, über Halle nach Lublin fuhr und dort am 3. Juni 1942 ankam. Hedwig Zeising kam am 3. Juni 1942 in Sobibor/Distrikt Lublin ums Leben.


Joachim Pincus
Geboren am 22. August 1928 in Delitzsch.
Er lebte mit seinen Eltern Alfred und Berta Pincus im Haus Albert-Böhme-Straße 12 (heute Lindenstraße) und besuchte in Delitzsch die Schule. Mit seinen Eltern verzog er um 1937 nach Leipzig, von wo aus die Familie am 21. Januar 1942 mit dem Zug Richtung Auschwitz, Treblinka und Riga deportiert wurde. Der Zeitpunkt der Ermordung von Joachim Pincus ist bisher ungeklärt.


Berta Pincus, geb. Casper
Geboren am 24. August 1892 in Czarnikau/Posen.
Sie war mit Alfred Pincus verheiratet und lebte selbst seit 1922 in Delitzsch, erst im Haus Schulstraße 11, dann Kohlstraße 21 und schließlich Albert-Böhme-Straße 12 (heute Lindenstraße). Spätestens 1937 verzog die Familie nach Leipzig, von wo aus sie am 21. Januar 1942 mit dem Zug Richtung Auschwitz, Treblinka und Riga deportiert Der Zeitpunkt der Ermordung von Berta Pincus ist bisher ungeklärt.


Alfred Pincus
Geboren am 14. Januar 1893 in Czarnikau/Posen.
Lebte bis 1937 in Delitzsch, erst in der Kohlstraße, dann in der Lindenstraße 12 (damals Albert-Böhme-Straße). Er verzog mit seiner Familie 1937 nach Leipzig, wurde dort 1938 kurzzeitig verhaftet und am 21. Januar 1942 mit dem Zug Richtung Auschwitz, Treblinka und Riga deportiert. Der Zeitpunkt der Ermordung von Alfred Pincus ist bisher ungeklärt.

 
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